Wer wir sind

Wir sind die die plattform Ruhr. Wir sind Arbeiter*innen, Erwerbslose und Studierende aus verschiedenen Städten des Ruhrgebiets. Uns eint die Tatsache, dass wir unter den gegenwärtigen Umständen auf unterschiedliche Art und Weise abhängig sind von Lohn. Darüberhinaus eint uns unsere Unzufriedenheit mit den herrschenden Zuständen in dieser Gesellschaft.

Im Kapitalismus werden Mensch und Planet ausgebeutet zum Vorteil einiger weniger Kapitalist*innen, die unfassbaren Reichtum anhäufen, während diejenigen, die arbeiten, um ihn zu erwirtschaften, praktisch leer ausgehen. Aber Armut ist nicht die einzige Folge dieses Systems. Der dem kapitalistischen System zugrundeliegende Zwang immer mehr Profite anzuhäufen geht zu Lasten des Klimas und der Natur. Beide werden mittlerweile im großen Maßstab zerstört mit katastrophalen Auwirkungen. Die Konkurrenz unter einander, in die der Kapitalismus uns Lohanbhängige treibt führt zu Leistungsdruck, sozialer Kälte und Vereinzelung. Immer mehr Menschen haben daher mit psychischen Problemen, z.B. Depressionen, zu kämpfen. Aber der Kapitalismus ist nicht alleine Schuld an den Zuständen, unter denen wir leiden, auch andere Herrschaftsverhältnisse, die mit ihm verknüpft sind, spielen eine wichtige Rolle. Das Patriarchat, also die strukturelle Herrschaft der Männer* über Frauen*, Inter, nichtbinäre, Trans- und Agender-Personen (kurz: FINTA*) hält sich auch im 21. Jahrhundert auf allen Erdteilen an der Macht. Das Patriarchat legt Geschlechterrollen fest, steht hinter der immer noch alltäglichen Gewalt gegen FINTA *und drängt diese in schlechter bezahlte Jobs. Im Patriarchat übernehmen FINTA* den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und sind damit dafür verantwortlich die kapitalistische Wirtschaft am Laufen zu halten. Auch Rassismus ist seit Jahrhunderten strukturell in der kapitalistischen Gesellschaft verankert. Er schlägt sich heute nieder in rassistischer Polizeigewalt, in alltäglicher Diskriminierung und rassistischem Terror sowie in der an den Grenzen praktizierten staatlichen Abschottungspolitik.

Für uns sind beschriebenen gesellschaftlichen Zustände nicht hinnehmbar. Es braucht eine ganz andere Gesellschaftsordnung, die weder auf unablässigem Streben nach Profit augebaut ist, noch auf strukturellen Herrschaftsverhältnissen, unter denen so viele Menschen leiden. Diese Gesellschaft soll frei sein von jeder Form der Unterdrückung und der Herrschaft. Sie soll solidarisch sein, den Bedürfnissen von uns Menschen entsprechen und unsere Selbstentfaltung ermöglichen. Uns eint diese Perspektive einer anarchistischen (also herrschaftsfreien) und kommunistischen (also gemeinsam von den Menschen organisiert und auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet) Gesellschaft als Alternative zum bestehenden System. Weil wir diese Perspektive einer anderen Gesellschaft verfolgen und zusammen daran arbeiten möchten, ihr näher zu kommen haben wir uns als Gruppe im Ruhrgebiet zusammengefunden. Und weil wir wissen, dass wir den Kampf für eine bessere Gesellschaft nicht nur im Ruhrgebiet führen können, sind wir Teil der anarchakommunistischen Organisation die plattform, die im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv ist.

Was wir machen

Unser Ziel einer anderen Gesellschaft können wir nur durch die Umwerfung der bestehenden Ordnung der Unterdrückung erreichen. Aber eine soziale Revolution fällt nicht vom Himmel. Ein möglichst großer Teil der Lohnabhängigen muss sich seiner Situation bewusst werden und sich aktiv organisieren, um für eine Verbesserung der Situation mit anderen zu kämpfen. Der Keim dieser massenhaften Organisierung liegt bereits in den vielfältigen sozialen Bewegungen, in denen sich auch im Ruhrgebiet Menschen zusammentun, um etwas an dem zu ändern, was sie stört. Egal ob es gewerkschaftliche Kämpfe sind, feministische Streiks oder antirassistische Hausbesetzungen, in allen sozialen Kämpfen von unten liegt Potenzial zur Entfaltung von Selbstorganisierung und Gegenmacht in Opposition zu den herrschenden Umständen. Als anarchistische Kommunist*innen wollen wir uns organisiert in die sozialen Kämpfe hier in der Region einbringen, sie stärken und miteinander verknüpfen. Langfristig wollen wir eine revolutionäre Bewegung von unten aufbauen.In den sozialen Kämpfen aktiv zu sein, ist der wichtigste Bestandteil unser politischen Arbeit, aber nicht der einzige. Wir wollen genauso auch in die bestehende anarchistische und linksradikale Bewegung der Regeion hineinwirken. Dazu organisieren wir Vorträge, bieten Schulungen an und sind ansprechbar für Menschen, die sich gemeinsam mit uns organisieren möchten.

Was du machen kannst

Und wie klingt das für dich? Siehst du die gleichen Probleme in unserer Gesellschaft? Sehnst du dich auch nach einer Alternative zu diesem System? Wir freuen uns immer über Menschen, die mit uns aktiv werden wollen. Also melde dich doch bei uns per E-Mail oder über die sozialen Medien. Wenn du noch Fragen hast, dann beantworten wir sie dir gerne, am liebsten im persönlichen Gespräch. Also wenn du mal mit uns quatschen willst, dann schreib uns doch einfach (auch über die obigen Kanäle). Wir freuen uns darauf von dir zu hören!